8 Wege aus dem Mikromanagement

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8 Wege aus dem Mikromanagement

Immer wieder zeigen Studien, dass ein Gro├čteil der Arbeitnehmenden lieber k├╝ndigen w├╝rde, anstatt unter schlechtem Management zu leiden. Mikromanagement ist genau ein solcher negativer F├╝hrungsstil. Umso wichtiger ist es daher f├╝r Unternehmen, dieser Art des Managements entgegenzuwirken und in eine positive Arbeitskultur umzuwandeln. Der Gro├čteil der Verantwortung liegt dabei bei den F├╝hrungskr├Ąften selbst. Doch auch die Mitarbeitenden k├Ânnen ihren Vorgesetzten dabei helfen, aus ihrer Kontrollsucht auszubrechen und mehr Eigenst├Ąndigkeit zuzulassen. Wir zeigen die Wege weg vom Mikromanagement.

Warum Mikromanagement so sch├Ądlich ist

Wie der Name bereits verr├Ąt, liegt das Kernproblem des Mikromanagements in der Kontrolle jedes noch so kleinen Arbeitsschrittes der Mitarbeitenden. ├ťberm├Ą├čig kontrollbed├╝rftige F├╝hrungskr├Ąfte verlangen von ihren Angestellten permanente Updates zu ihren Projekten, hinterfragen jede Entscheidung ihrer Teammitglieder und ├╝berpr├╝fen alles mehrfach, bevor sie ihr Okay geben. Gleichzeitig f├Ąllt es ihnen aufgrund ihres Kontrollwunsches h├Ąufig schwer, Arbeit an andere Teammitglieder zu verteilen oder konstruktives Feedback zu geben. Sie erledigen die Dinge lieber selbst. Das hat schwerwiegende Folgen f├╝r die betroffenen Mitarbeitenden und die Unternehmen.

Angestellte, die unter Mikromanagement leiden, haben aufgrund der st├Ąndigen Kontrolle durch ihre F├╝hrungskraft oft das Gef├╝hl, nicht gut genug zu sein und den Anforderungen ihres Jobs nicht gerecht zu werden. Langfristig verlieren sie so das Vertrauen in sich selbst und den Mut, neue, kreative Ideen auszuprobieren. Gleichzeitig f├╝hrt die st├Ąndige ├ťberpr├╝fung der eigenen Arbeit und die fehlende Autonomie zu steigender Frustration und Unzufriedenheit im Job.

Ein solches toxisches Arbeitsklima, das sich durch mangelndes Vertrauen, unterdr├╝ckte Kreativit├Ąt und fehlende Wertsch├Ątzung auszeichnet, ist f├╝r Mitarbeitende weder erstrebenswert noch gesund. Im schlimmsten Fall kann die permanente psychische Belastung durch Mikromanagement in der Belegschaft zu Burnout oder gro├čer K├╝ndigungsbereitschaft f├╝hren. In beiden F├Ąllen bedeutet dies f├╝r Unternehmen den Verlust wertvoller Arbeitskr├Ąfte und damit langfristigen ├Âkonomischen Schaden.

Weniger Kontrolle ist mehr

Oft ist den F├╝hrungskr├Ąften, die Mikromanagement betreiben, gar nicht bewusst, wie sehr sie ihre Mitarbeitenden kontrollieren. Stattdessen sind sie in ihrer eigenen Unsicherheit und Versagensangst gefangen, denen sie mit ├╝berm├Ą├čiger Kontrolle entgegenwirken wollen. Daher ist es wichtig, Manager:innen f├╝r das Thema zu sensibilisieren und ihnen dabei zu helfen, sich┬á ihres sch├Ądlichen Verhaltens bewusst zu werden und es Schritt f├╝r Schritt abzulegen.┬áAuch wenn die Hauptverantwortung f├╝r den Weg aus dem Mikromanagement bei den betroffenen F├╝hrungskr├Ąften liegt, k├Ânnen die Mitarbeitenden unterst├╝tzend eingreifen. Mit kleinen Tipps und Tricks k├Ânnen sie ihren Manager:innen dabei helfen, ihr Verhalten zu erkennen und der Belegschaft mehr Freiheiten zu lassen. Gemeinsam k├Ânnen sie so ├╝berfl├╝ssige Kontrollinstanzen abbauen und zu einem gesunden Arbeitsklima zur├╝ckkehren.

Leidet auch euer Team unter Mikromanagement? Erfahrt hier, wie ihr den kontrollintensiven F├╝hrungsstil erkennen k├Ânnt.

Raus aus dem Mikromanagement: F├╝hrungskr├Ąfte

F├╝r Manager:innen geht es vor allem darum, mehr Vertrauen zu den Mitarbeitenden aufzubauen und sich auf ihre F├Ąhigkeiten zu verlassen. Das wirkt sich positiv auf die Belegschaft aus und schafft gleichzeitig deutlich mehr Platz im eigenen Kalender.

Regelm├Ą├čige Besprechungen statt vieler Kontrollen

Mikromanagement abzubauen bedeutet nicht, die gesamte F├╝hrung der Mitarbeitenden abzugeben. Aber f├╝r ein gesundes Verh├Ąltnis zwischen Manager:innen und Belegschaft ist es wichtig, dass Aufgabenverteilung und Reportings in klare Strukturen eingebunden werden. Statt einer Vielzahl von E-Mails, Chats oder Telefonaten sollten regelm├Ą├čige Meetings eingef├╝hrt werden, in denen die F├╝hrungskr├Ąfte Aufgaben an ihre Belegschaft delegieren k├Ânnen. Hier haben beide Parteien die M├Âglichkeit, Details zu kl├Ąren und Erwartungen zu definieren. Auch Projektupdates finden hier Platz. Diese Meetings schaffen einen klaren Rahmen f├╝r die Kontrolle durch die Manager:innen und sorgen daf├╝r, dass die Mitarbeitenden sich den Rest der Zeit auf ihre Arbeit anstatt auf Reportings f├╝r die F├╝hrungsetage konzentrieren k├Ânnen.

Ziele definieren, nicht Wege vorgeben

Es liegt in der Verantwortung von F├╝hrungskr├Ąften, ihren Teammitgliedern gegen├╝ber klare Ziele zu kommunizieren und sie dabei zu unterst├╝tzen, diese zu erreichen. Wie genau ihre Mitarbeitenden diese Ziele erreichen und welche Arbeitsschritte sie dabei t├Ątigen, sollte aber ihnen ├╝berlassen sein. Weniger ist hier mehr. Denn wenn Mikromanager:innen im Voraus alle Arbeitsschritte festlegen, dann signalisieren sie einerseits fehlendes Vertrauen und unterbinden andererseits Innovation und Kreativit├Ąt. Das f├╝hrt bei den Mitarbeitenden h├Ąufig zu Frustration.┬á Manager:innen sollten sich daher lieber darauf beschr├Ąnken, gew├╝nschte Ergebnisse zu kommunizieren und die Gestaltung der einzelnen Arbeitsschritte der Belegschaft zu ├╝berlassen.┬á

Mehr Vertrauen schaffen

ÔÇśVertrauen ist gut, Kontrolle ist besserÔÇÖ, lautet ein allseits bekanntes Sprichwort. Wer sein Team gut f├╝hren will, muss aber manchmal auf das genaue Gegenteil setzen: ÔÇśKontrolle ist gut, Vertrauen ist besserÔÇÖ. Mikromanager:innen m├╝ssen lernen, Verantwortung abzugeben und mehr in die F├Ąhigkeiten ihres Teams zu vertrauen. Nur so entsteht eine Arbeitsatmosph├Ąre auf Augenh├Âhe. Schon kleine Gesten k├Ânnen dabei das Verh├Ąltnis zwischen den Mitarbeitenden und ihren F├╝hrungskr├Ąften st├Ąrken. Kurze private Gespr├Ąche, Lob f├╝r gute Leistungen und die ├ťbertragung von Verantwortung sind erste Schritte, um wieder mehr Vertrauen zu schaffen. Das tut auf lange Sicht beiden Seiten gut.

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Arbeit delegieren lernen

Mikromanager:innen m├╝ssen lernen, loszulassen. Nicht nur ihren Wunsch nach regelm├Ą├čiger Kontrolle der Mitarbeitenden, sondern auch ihre eigene Arbeit. Aufgaben, die von anderen Teammitgliedern erledigt werden k├Ânnen, sollten regelm├Ą├čig delegiert werden. Den meisten Mitarbeitenden kann deutlich mehr zugetraut werden, als ihre F├╝hrungskr├Ąfte glauben. Und das sollten sie ausnutzen. Denn das Abgeben von Aufgaben st├Ąrkt einerseits das Selbstbewusstsein der beauftragten Mitarbeitenden und schafft andererseits mehr Platz im Kalender f├╝r die wirklich wichtigen Projekte.

Fehler als Chance begreifen

Den meisten Mikromanager:innen geht es darum, mit ihrem Verhalten Fehler um jeden Preis zu unterbinden. Dabei sind Fehler nicht nur menschlich, sondern auch ein wichtiger Bestandteil des Lernprozesses. Sie geh├Âren zum Leben und zum Arbeitsalltag dazu. Deshalb kann und sollten Fehler nicht um jeden Preis vermieden werden. Auch Mikromanager:innen m├╝ssen lernen, ihre eigenen Fehler und die ihrer Belegschaft zu akzeptieren und sie als Chance zu begreifen, gest├Ąrkt aus der Erfahrung herauszugehen.

Raus aus dem Mikromanagement: Mitarbeitende

Die Hauptverantwortung f├╝r den Weg aus dem Mikromanagement liegt bei den F├╝hrungskr├Ąften selbst. Doch auch als betroffenes Team habt ihr die M├Âglichkeit, eure Manager:innen mit ein paar simplen Tricks dabei zu unterst├╝tzen, die ├╝berm├Ą├čigen Kontrollen abzubauen und euch mehr Freiheiten zu lassen.

Verst├Ąndnis zeigen

Meist steckt hinter Mikromanagement keine b├Âswillige Absicht, sondern gro├če Unsicherheit. Nehmt es den F├╝hrungskr├Ąften deshalb nicht direkt ├╝bel, wenn sie mal zu oft ein Update zu eurem derzeitigen Projekt w├╝nschen. Versucht stattdessen zu verstehen, was die Unsicherheit ausl├Âst und beruhigt die Mikromanager:innen mit klaren Informationen. So k├Ânnt ihr ein vertrauensvolles Verh├Ąltnis aufbauen und beweisen, dass sich eure F├╝hrungskraft auch ohne st├Ąndige Kontrollen auf euch verlassen kann.

Erwartungen setzen und Informationen bereitstellen

Im Umgang mit Mikromanager:innen kann es hilfreich sein, selbst die F├╝hrung zu ├╝bernehmen. Macht ihnen deutlich, in welchem Zeitrahmen ihr arbeiten wollt, welche Ressourcen ihr verwendet und wann ihr erste Updates zur Verf├╝gung stellt. Das gibt den F├╝hrungskr├Ąften die Sicherheit, die sie brauchen, und euch die Freiheit, ohne unangek├╝ndigte Kontrollen zu arbeiten. Dar├╝ber hinaus kann es hilfreich sein, den Chefs in regelm├Ą├čigen Abst├Ąnden kleine Informationen zum Stand eurer Arbeit zukommen zu lassen. So zeigt ihr Eigeninitiative und beruhigt die F├╝hrungsetage.

Das Problem ansprechen

Klare Kommunikation ist oft der schnellste und einfachste Weg, um Probleme zu beheben. Wenn ihr zu sehr unter dem Mikromanagement in eurem Team leidet, denn besprecht dies mit der entsprechenden F├╝hrungskraft. Vielleicht ist ihr gar nicht bewusst, wie kontraproduktiv und sch├Ądlich ihr Verhalten ist. Findet heraus, wie ihr die Situation gemeinsam am besten meistert und wie ihr das Verh├Ąltnis zueinander wieder verbessern k├Ânnt. Vielleicht findet ihr so den Mittelweg, der f├╝r beide Seiten akzeptabel ist.┬á

Langfristig gesehen schadet exzessives Mikromanagement nicht nur der Arbeitsmoral der Belegschaft, sondern auch dem Unternehmenserfolg. Je mehr Kontrollen und Reportings eingef├╝hrt werden, desto weniger Zeit bleibt f├╝r die Erledigung der eigentlichen Arbeit. Umso wichtiger ist es daher, dass F├╝hrungskr├Ąfte sich ihres destruktiven Verhaltens bewusst werden und Ma├čnahmen ergreifen, um ihr Kontrollbed├╝rfnis Schritt f├╝r Schritt abzubauen. Mit der Unterst├╝tzung ihrer Belegschaft geh├Ârt das Mikromanagement so schon bald der Vergangenheit an und schafft Platz f├╝r ein vertrauensvolles Arbeitsverh├Ąltnis.

 

Katrine Rulle – deskbird

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